Panaqolus maccus

Bestachelung von Panaqolus maccusPanaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″ ist schon seit langem in der Aquaristikszene bekannt und ist in jedem Zoofachgeschäft für relativ wenig Geld zu haben. Von Beliebtheit kann man aber noch lange nicht sprechen, obwohl die Art ein interessantes Verhalten präsentiert, gepaart mit dem welstypischen skurrilen Aussehen.

Im Folgenden finden Sie viele Bilder und einen Zuchtbericht zu Panaqolus sp. aff. maccus. Die AMAZONAS Nr. 30 enthält ebenfalls einen detaillierten Artikel über Haltung und Zucht.

Gattungsname: Panaqolus ISBRÜCKER & SCHRAML, 2001

Die Gattung Panaqolus hat 7 beschriebene Arten: P. albomaculatus (KANAZAWA, 1958), P. changae (CHOCKLEY & ARMBRUSTER, 1991), P. dentex (GÜNTHER, 1868), P. gnomus (SCHAEFER & STEWART, 1993), P. maccus (SCHAEFER & STEWART, 1993), P. nocturnus (SCHAEFER & STEWART, 1993) und P. purusiensis (LA MONTE, 1935).

Hinzu kommen etliche weitere unbeschriebene Arten, die mit L-Nummern versehen sind.

Artname: Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″. Die Art ist noch unbeschrieben, ähnelt aber der Art Panaqolus maccus, weshalb sie als “species affinis” (ähnliche Art) zu P. maccus bezeichnet wird. In der Zeitschrift “Das Aquarium” (6/02) erhielt sie die LDA-Nummer 67.

Vorkommen: Oberer Rio Meta-Einzug (Umgebung von Villavicencio), Kolumbien.

Haltungs- & Zuchtbericht von Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″

27.08.05: Ich hab 6 adulte Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″ (von Mareike & Andy) bekommen, ich vermute vier Männchen und zwei Weibchen, die Männchen sind extrem bestachelt, die Weibchen fast gar nicht. Diese sogenannten Odontoden sind auf den folgenden zwei Bilder gut zu sehen.Odontoden von Panaqolus maccus

03.09.05: Es scheinen doch fünf Männchen und nur ein Weibchen zu sein, dieses ist sehr rundlich und kaum bestachelt. Dadurch kommt die schöne Zeichnung noch besser zum Vorschein. Das Weibchen sitzt jetzt immer in der Nähe einer Höhle, in der ein Männchen seit Tagen fächelt, es versuchte sogar mehrmals in die Höhle zu schwimmen, es wurde Odontoden von Panaqolus maccusaber vom Männchen wieder rausbefördert.

11.09.05: Das Weibchen war heute bei einem Männchen in der Höhle und ich glaube sie haben gelaicht! Das Männchen hat während des Vorgangs heftig mit dem Schwanz gezittert, sehen kann ich die Eier leider noch nicht, da die Röhre so schmal ist und das Männchen sie verdeckt.

Ablaichen von Panaqolus maccus12.09.05: Fehlanzeige!!! Es sind keine Eier zu sehen, war wohl nur eine kleine Übung. Das Weibchen geht immer wieder in die Höhle des Männchens… es hat sich diesmal ein anderes Männchen ausgesucht und war mit ihm die Nacht über in seiner Höhle.. Eier konnte ich noch nicht entdecken.

28.09.05: Noch 2 Weibchen von Verena bekommen! Also Geschlechterverhältnis jetzt 5/3.

01.10.05: Die Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″ haben abgelaicht! Bei einem Männchen ist ein Gelegeballen mit sehr großen Eiern.

07.10.05: Einige Larven scheinen schon geschlüpft zu sein, jedenfalls lag nach dem Wasserwechsel eine sehr große Larve mit riesigem Dottersack vor der Höhle, sie sitzt jetzt in einem Guppytank. Diese Larve ist in den folgenden Tagen gestorben. Ich vermute, dass das Männchen erkannt hat, dass die Larve nicht in Ordnung war und sie gezielt herausgewedelt hat!

15.10.05: Ich habe die Larven aus der Höhle herausgeholt: Es sind 11 Stück, sie sind 1,6 cm groß und haben noch etwas Dottersack. Sie sitzen jetzt im Aufzuchtkasten (Guppytank). Darin ist ein größeres Eichenblatt um das Licht zu dämmen, ein Stück masurisches Moorkienwurzelstück, einige Unterstände aus einer zerbrochenen Kokosnussschale und etwas Nixkraut.

Hier sind endlich Bilder vom 27.10.05:

Larven von Panaqolus maccusLarven von Panaqolus maccusLarven von Panaqolus maccusLarven von Panaqolus maccus

01.11.05: Heute war eines der Weibchen wieder bei dem Männchen (der auch zuvor das Gelege hatte) in der Höhle!

03.11.05: Das Weibchen (ein anderes als beim ersten Gelege) war von Dienstag Abend bis in die Nacht von Mittwoch auf heute in der Höhle, heute morgen konnte ich dann das Gelege sehen, und draußen ein sehr mageres Weibchen.

04.11.05 – 10.11.05: Es waren immer wieder zwei verschiedene Männchen mit dem Weibchen des ersten Geleges und dem dritten Weibchen beschäftigt (Ablaichversuche, die teilweise bis zu 36 h dauerten). Bis jetzt ist aber noch kein Gelege da. Gestern Abend entdeckte ich im Becken an einer Höhle einen Panaqolus-Jungfisch! Er war etwa in der Größe eines gerade freigeschwommenen Jungwelses, vielleicht so 1,5 cm. Aus welchem Gelege dieser kommt (und ob noch mehr da sind?) kann ich nicht sagen, ich konnte nichts beobachten, er muss aber (vom Ei an) mindestens zwei Wochen alt sein.

10.11.05: Heute sind die Larven des ersten Bockes vom zweiten Gelege geschlüpft!

19.11.05: Ich habe die Larven heute aus der Höhle geholt, es sind ganze 26 Stück! Sie sitzen jetzt in einem zweiten Aufzuchteinhängekasten.

In der Nacht um etwa 1 Uhr, war das Männchen in der Röhre schon wieder mit einem Weibchen beschäftigt! Erstaunlich finde ich es besonders deshalb, weil das Herausholen der Jungwelse aus der Höhle ja eigentlich einen enormen Stress für das Männchen bedeutet.

21.11.05: In der Höhle befindet sich ein neues Gelege (Nr. 3), allerdings von einem anderen LDA 67 – Männchen mit dem Weibchen vom ersten Gelege. Die Larven schlüpfen vom 29.11.05 bis zum 30.11.05.

14.12.05: Die 22 Larven setzte ich sofort aus der Höhle in mein eingefahrenes 45 Liter-Aufzuchtbecken, darin starben jedoch nach einer Zeit alle Larven, da sie anscheinend nicht genug Futter fanden oder der Wechsel zuviel Stress für sie bedeutete, sie sollten also die ersten Wochen unbedingt im Elternbecken in einem Einhängekasten bleiben.

17.01.06: Das erste Männchen der Panaqolus sp. aff. maccus hat wieder mit einem Weibchen abgelaicht, es stellte sich aber heraus, dass es nur 5 Larven waren, die ich nicht extra aufzog.

Am 27.01.06 setzte ich die 7 Jungwelse vom ersten Gelege, am 08.02.06 die 26 Jungwelse (beim zweiten Gelege ist kein Verlust aufgetreten bei der Aufzucht) ins 45er Kellerbecken. Dies ist mit einem Sandbodengrund, Wurzelholz, Laub sowie Javamoos eingerichtet. Beifische sind 4 kleine Ancistren und Crystal Red Garnelen. Gefiltert wird über einen Eck-HMF, die Temperatur beträgt etwa 26°C.

Bilder der Larven vom 27.01.06, sie sind jetzt zwischen 3 und 3,5 cm groß und 3,5 bzw. 4,5 Monate alt:

Jungfische von Panaqolus maccusJungfische von Panaqolus maccusJungfische von Panaqolus maccusJungfische von Panaqolus maccus

Gefüttert werden die Jungwelse von Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″ mit Wels-Chips, Spirulinagranulat, Aquafood Spezial von AQKultur Genzel, natürlich Holz sowie ab und zu Diskusgranulat und CyclopEeze.

26.03.06 + 27.03.06: Ich habe 3 adulte Männchen abgegeben. Somit ist das Geschlechterverhältnis nun 4/3.

08.02.07: Nachdem sich im 200 Liter Becken vermehrungstechnisch nichts mehr tat – die Tiere versuchten zwar ein bis zweimal abzulaichen, es kam jedoch kein Gelege zustande – entschloss ich mich, einige Tiere in ein 45 Liter Becken umzusetzen, damit sie etwas Ruhe haben. Gesagt getan, 2 Männchen und 2 Weibchen von Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″ siedelten in besagtes 45er um, eingerichtet mit einer dünnen Sandschicht, Schieferplatten, passenden Tonröhren, Wurzeln und mit einem Eck-HMF gefiltert. Laub und Erlenzapfen sorgten für teebraune Wasserfärbung. Die Wassertemperatur liegt bei 27°C. Ich nutzte das Umsetzen gleich, um ein paar Bilder zu machen.

Kaum erkennbare Unterschiede der Geschlechter auf dem ersten Brustflossenstrahl, die Odontoden des Männchens scheinen etwas dicker zu sein, anhand der Körperform sind die Geschlechtsunterschiede bei PanaqolusPektoralstachel Panaqolus maccus MännchenPektoralstachel Panaqolus maccus Weibchen sp. aff. maccus jedoch relativ gut zu unterscheiden. Die Weibchen haben deutlich stärkere Rundungen und sind kaum bestachelt. Die Männchen haben außerdem einen markanter geformten Kopf.

12.02.07: Heute wechselte ich 40 % des Wassers. Eingefüllt wurde frisches, kaltes Leitungswasser, sodass die Temperatur von 27 auf 19,5°C fiel. 24.03.07: Es wurden etwa 75% des Wassers gewechselt. Den ersten Teil des Frischwassers kalt eingefüllt, bis zu einem Temperatursturz auf 17 °C. Dann gemischtes Wasser eingefüllt, sodass die Temperatur durch den Wasserwechsel im Endeffekt auf 19 °C fiel.

Hier noch einmal Abbildungen der Körperform von Panaqolus sp. aff. maccus:

Männchen von Panaqolus maccusWeibchen von Panaqolus maccus

Panaqolus sp. aff. maccus “LDA 67″ ist ein absolut empfehlenswerter Aquarienfisch, der außerdem leicht zu pflegen ist. Einzig weiches Holz ist für seine Ernährung unbedingt notwendig. Auch in kleineren Aquarien ab 54 Litern Volumen lässt sich Panaqolus sp. aff. maccus halten. Aufgrund von Platzmangel musste ich mich jedoch von meiner Zuchtgruppe und den Nachzuchten trennen.

Da es relativ viele Nachfragen per Mail gab: Ich hab keine Nachzuchten von Panaqolus sp. aff. maccus mehr abzugeben! Die schönen L-Welse sind jedoch in vielen Zoofachgeschäften bereits für wenig Geld zu haben.

Zum Abschluss noch einige Bilder von Panaqolus sp. aff. maccus, zum vergrößern einfach darauf klicken!

Maul und Zähne von Panaqolus maccusMaul und Zähne von Panaqolus maccusMännchen von Panaqolus maccus in einer TonröhreFütterung mit Roten Mückenlarven Panaqolus maccusPanaqolus maccus Weibchen, laichreif in TonröhrePanaqolus maccus Weibchen in TonröhrePanaqolus maccus Weibchen, KopfTonröhren mit Panaqolus maccusTonröhren mit Panaqolus maccus

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Diese Seite wurde zuletzt am 24.11.2012 geändert.

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