L 134 – Peckoltia compta

Peckoltia compta L 134Peckoltia compta wurde früher nur als “Peckoltia” sp. “L 134″ bezeichnet. Die Art war zu dieser Zeit noch unbeschrieben und wurde in der DATZ 6/93 vorgestellt. Es wurde angenommen, dass sie möglicherweise nicht in die Gattung Peckoltia gehört, da sie in einigen Merkmalen von den echten Peckoltia abweicht, so zum Beispiel besitzen sie einen nackten Bauch und sind weniger stark bestachelt als Vertreter der echten Peckoltia. Daher setzte man um den Gattungsnamen die Anführungsstriche. Im Jahre 2010 wurde dieser Art dann aber als Peckoltia compta beschrieben. Diese Harnischwelse kommen im Rio Tapajós in Brasilien vor.

Nachdem ich vor einiger Zeit diese wunderschönen Welse entdeckt hatte, begann ich mich für sie zu interessieren und sammelte Infos.

04.10.2003: Ich habe mich schließlich entschieden, vier dieser Welse zu kaufen (trotz des für mich relativ hohen Preises: 29.95 EUR/Tier.). Die Welse waren so schnell und geschickt, dass die Händlerin das ganze Becken ausräumen musste, um sie schließlich zu fangen. Nach der Eingewöhnung saßen sie dann endlich in meinem Becken (200 l, rel. dicht mit Vallisnerien bepflanzt, mehrere HT – Röhren und Blumentöpfe mit Einschlupflöchern; kH: 6 – 7, gH: 6, pH: knapp unter 7). Ich habe sie per Hand umgesetzt und auf der Hand vermessen. Einer verschwand ziemlich schnell in einem umgedrehten Blumentopf, die anderen machten es sich in der großen Wurzel bequem. Später abends kam dann etwas mehr Bewegung in sie, als ich eine Welstablette (JBL NovoPlecoChips) “einwarf”, kam sogar einer in die Nähe der Tablette, trat jedoch plötzlich wieder den Rückzug an und verschwand unter der Wurzel.

07.10.03: Am Vorabend kamen die Welse schon aus ihren Wurzelverstecken, als noch das Licht an war. Sie haben auch teilweise von der Futtertablette gefressen. Heute kamen sie schon Mittags zur Fütterung heraus, allerdings erst recht spät, als das meiste schon weg war. Zwei von ihnen haben aber noch ein paar Mückenlarven abgekriegt. Einer fraß sogar direkt vor meiner Nase an der Frontscheibe von einer Futtertablette. Anscheinend verlieren sie ihre Scheu recht schnell.

12.10.03: Die vier Welse haben sich gut eingelebt, sie kommen schon immer mehr oder weniger schnell zur Fütterung aus ihren “Löchern” und auch das 8 cm große Ancistrus-Männchen wird vertrieben, wenn es um die Welstablette geht. Unter den Welsen herrscht eine Art Rangordnung, die bei der Fütterung klar zu sehen ist: kommt ein stärkeres Tier zu einem schwächeren, das gerade frisst, wird es sofort vertrieben. Zu allen anderen Fischen sind sie aber sehr friedlich.

Nach meinen bisherigen Beobachtungen handelt es sich vermutlich um 3 Männchen und 1 Weibchen. Das Weibchen vertreibt alle anderen Männchen aus der Nähe ihres Verstecks, wenn sie zu nah kommen, und bei der Fütterung “verschafft sie sich auch immer den nötigen Platz”.

Peckoltia compta L 134

14.10.03: Heute habe ich einen der Welse beim fressen an einem Stück Salatgurke gesehen, welches in einer dicht bepflanzten Ecke des Aquariums lag. An einem Stück Gurke, das oben auf der Wurzel angebracht war, hatten sie bisher nicht gefressen.

17.10.03: Ich habe TK-Erbsen gefüttert (ohne Schale natürlich), sie wurden von den L 134 sofort angenommen und beraspelt. Ein leider verstorbener Buntbarsch wurde von meinen Welsen auch verzehrt. Einer der vier fraß auch von einem Rosenkohl.

03.02.04: Habe mal wieder was neues bei der Fütterung probiert: Honigmelone, auf deren Schale noch ca. 1 cm Fruchtfleisch war. Die Welse haben davon gefressen, nach zwei Tagen war fast nur noch die Schale da, nur war das Wasser milchigtrübe. Die Trübung war aber nach einem Wasserwechsel wieder fast normal, nach einem Tag war das Wasser dann wieder klar.

20.02.04: Heute gab es eine Menge TK-Erbsen ins AQ, da ließen die L 134 sogar die sonst heißgeliebten Welstabs in der Ecke liegen. Das dass nicht ganz friedlich abging, kann man sich denken.

Peckoltia compta L 134

12.08.04: Ein Männchen der Peckoltia compta (das kleinste) ist leider gestorben, es hatte an der Kopfunterseite rötliche Verfärbungen, ob das Verletzungen waren oder eine Infektion kann ich nicht genau sagen, den anderen Welsen geht es aber gut.

Peckoltia compta L 134

18.10.04: Ich richte das Becken neu ein und quartiere die Fische solange aus.

04.11.04: Heute hab ich die drei L 134 wieder eingesetzt, das Becken hat 5-6 cm Sandboden (Spielkastensand), Mattenfilter (5 cm breit, grob) mit EHEIM-Pumpe (1200 l/h), drei großen Wurzeln, neun Tonröhren in verschiedenen Formen und Durchmessern, und ein paar Schieferplatten. Bis auf ein paar Javafarne sind noch keine Pflanzen im Becken.

10.11.04: Die Welse sind scheuer als vorher und streifen im Moment nur nachts durchs Becken, und kommen nicht wie vorher sofort aus ihren Verstecken, wenn es Futter gibt. Zwei von ihnen haben Röhren besetzt, der dritte hat einen Stammplatz in einer Wurzelspalte. Die Temperatur liegt jetzt nachts und morgens bei 26 °C, nachmittags und abends bei etwa 27 °C.

20.11.04: Die L-Welse kommen jetzt schon wieder zum Fressen heraus, allerdings nur wenn die Aquarium-Beleuchtung aus ist und die Zimmerbeleuchtung noch an.

Dezember 2004: Bei der Fütterung kommen sie jetzt auch wieder tagsüber hervor.

Bei einem schwerwiegenden Fehler meinerseits sind am 25.05.2005 zwei der drei ausgewachsenen L 134 gestorben, das sichere Männchen und das sichere Weibchen.

Noch einige Bilder:

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Beim letzten Bild erkennt man sehr schön die Odontoden auf dem Schwanzstiel, ein sicheres Geschlechtsmerkmal für ein Männchen.

Peckoltia compta – L 134 ventral:

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11.08.05: Ich habe das letzte Tier abgegeben, da es sich alleine nicht mehr so wohl fühlte wie in einer Gruppe, das heißt es fraß nur noch nachts, und war kaum noch aktiv.

Nicht viel später habe ich doch wieder eine neue L 134 Gruppe bekommen, am 30.10.05 holte ich 8 Nachzuchten (Wildfang-Nachzuchten) von Georg Lind, die Harnischwelse sind 4,5 – 5,5 cm groß.

Hier einige Bilder:

Peckoltia compta L 134Peckoltia compta L 134Peckoltia compta L 134

Aktuelle Bilder vom 4. April 2006:

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Mittlerweile pflege ich keine L 134 mehr, ich habe die Peckoltia compta nach und nach verkauft.

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Diese Seite wurde zuletzt am 24.11.2012 geändert.

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