Pflege von Rhinogobius rubromaculatus “Nord-Taiwan”

Pflege von Rhinogobius rubromaculatus “Nord-Taiwan”:

Aquarium für Rhinogobius rubromaculatusDiese Form von Rhinogobius rubromaculatus wird 6 cm groß, die Weibchen bleiben etwas kleiner, die Männchen sind dabei von recht kräftigem Körperbau. Ein Aquarium für diese Grundeln sollte eine entsprechend große Grundfläche haben. Ich pflege eine Gruppe von 8 ausgewachsenen Grundeln auf einer Grundfläche von 80×45 cm. Für eine kleinere Gruppe ist sicherlich auch weniger in Ordnung, aber bei mehreren Tieren sind die Verhaltensweisen doch wesentlich vielfältiger und man kann die Entwicklung einer Art Rangordnung beobachten, die sich nach einiger Zeit durchaus wieder ändern kann.

Die Temperatur sollte zwischen 18 und 24 °C liegen, bei mir fühlen sie sich dann am wohlsten. Interessanterweise sind die Rhinogobius rubromaculatus bei nur 17 – 18 °C kaum merklich weniger aktiv als bei höheren Temperaturen, die im Sommer auch schonmal an die 30 °C gehen können. Diese Grundeln sind diesbezüglich also recht robust. Ein Aquarium ohne Heizung ist also perfekt geeignet und das zeigt, das Bewohner eines Zimmertemperatur-Aquariums durchaus wunderschön und farbenprächtig sein können!

Wichtig ist aber, sauberes Wasser anzubieten, daher empfehle ich ein wöchentliches Wasserwechsel-Intervall, bei dem mindestens 50 % gegen frisches Leitungswasser (soweit in guter Qualität verfügbar!) ausgetauscht werden sollten. Ich wechsle meist 75 % des Wasser gegen frisches Wasser mittlerer Härte aus. Auch bezüglich der Wasserhärte sind die Rhinogobius rubromaculatus nicht sonderlich anspruchsvoll, auch wenn man extreme sicher vermeiden sollte.

Bei der Beckeneinrichtung ist unbedingt zu beachten, dass die Tiere genügend Versteckmöglichkeiten finden, da schwächere Tiere Rückzugsorte brauchen. An sich sind die Grundeln aber keineswegs versteckliebend, sondern immer zu sehen und ständig aktionsbereit. Also Bodengrund eignet sich Sand oder feiner Kies, wobei ich Sand immer bevorzuge, da dieser nicht so “verdrecken” kann. In die mindestens 5 cm dicke Sandschicht legt man einige kleinere Steine, die bis auf die Bodenscheibe reichen können. Auf diesen verteilt man dann große, flache Steine (oder auch Schiefer- oder Tonplatten), die dann direkt auf der Sandoberfläche aufliegen, aber durch die kleineren Steine im Bodengrund sicher gestützt sind. Unter diesen Platten können die Männchen der Rhinogobius rubromaculatus dann nach Lust und Laune eigene Höhlen graben und um die Weibchen werben.

Einige gut abgesicherte Steinaufbauten, verzweigte Moorkienwurzeln eignen sich gut zur Beckenstrukturierung. Alle Arten von Pflanzen eignen sich für ein Grundelbecken, da die Rhinogobius keine Pflanzenfresser sind. Aus Versehen könnten im Boden wachsende Pflanzen ausgegraben werden, bei gut angewurzelten Pflanzen ist mir das aber noch nie passiert. Trotzdem habe ich einige große, auf Wurzeln aufgebundene Javafarn-Büsche im Aquarium, die nicht nur optisch einiges hermachen, sondern auch viel Platz zum verstecken bieten.

Die Ernährung der Rhinogobius rubromaculatus macht wenige Schwierigkeiten, es ist jedoch zu bedenken, dass nicht alle Rhinogobius an Trockenfutter wie Futterflocken oder verschiedene Granulate gehen. Daher ist vorhandenes Frostfutter, am besten verschiedener Sorten in guter Qualität, eine Grundvoraussetzung für die Rhinogobius-Haltung! Lebendfutter wird natürlich auch gerne genommen, ist oft aber nicht in guter Qualität erhältlich. Die Rhinogobius rubromaculatus brauchen relativ viel Futter und verkraften einige Wochen gänzlich ohne Futter nicht so gut, wie man es mitunter von anderen Fischarten kennt.

Bei der Pflege dieser Grundeln kann es auch zu ernsteren Kämpfen zwischen rivalisierenden Männchen kommen. Bei mir ist das stärkste Männchen, welches mehrere Gelege betreute, mit der Zeit gegenüber den anderen Männchen im Wachstum zurückgeblieben, da es insgesamt etliche Wochen ohne Futter in der Laichhöhle verbrachte. Irgendwann kam es dann zwischen diesem und dem zweitstärksten Männchen zu kämpfen, und die Rangordnung der Gruppe veränderte sich. Bei diesen Kämpfen packen sich die Männchen gelegentlich am Maul, wobei es durchaus zu Verletzungen kommen kann. Wenn man in der Nähe ist, sollte man die Tiere eventuell trennen, um Verletzungen im Kopfbereich zu vermeiden. Das folgende Bild zeigt zwei ineinander verkeilte Männchen.

Kämpfende Rhinogobius-Männchen

Und einige Tage später waren sich zwei andere Männchen nicht “grün”:

Kämpfende Rhinogobius rubromaculatus

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Diese Seite wurde zuletzt am 24.11.2012 geändert.

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