Rhinogobius rubromaculatus “Nord-Taiwan”

Vermehrung von Rhinogobius rubromaculatus “Nord-Taiwan”:

Junggrundel von Rhinogobius rubromaculatusBei dieser Art handelt es sich um eine Variante von Rhinogobius rubromaculatus, die auch kurz im AMAZONAS-Artikel von Jutta Bauer vorgestellt wurde (Rhinogobius – Begegnungen der besonderen Art. – Nr. 36 Juli/August 2011; 7 (4): 22–31). Sie wird 6 cm groß und kann bei Temperaturen von 18-24 °C am besten gepflegt werden.

Aus einer Ladung Rhinogobius duospilus, einem Artenkomplex, unter dem im Handel wie meisten Grundeln dieser Gattung unter “Weißwangen-Grundeln” angeboten werden, konnte ich drei Tiere dieser schönen Art herausfischen. Die Größe betrug etwa 4 – 4,5 cm.

Junggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatus

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit 5,5 cm konnte man die Männchen schon gut erkennen:

Männchen von Rhinogobius rubromaculatusMännchen von Rhinogobius rubromaculatus

Sechs Tiere dieser Art kaufte ich später dazu, sie waren in einem anderen Becken und nach einigen Wochen scheinbar fütterungsbedingt deutlich kleiner. Nach nur wenigen Wochen guter Fütterung mit gefrosteten Artemien und anderem holten sie deutlich auf und sind heute genauso groß wie die ersten drei. Männchen von Rhinogobius rubromaculatusAuf dem Bild rechts ist eins der zu diesem Zeitpunkt noch kleineren Männchen zu sehen. Wie die meisten Grundeln der Gattung Rhinogobius benötigt auch Rhinogobius rubromaculatus “Nord-Taiwan” Lebend- oder Frost-futter. Mit gefrorenen Artemien, Roten Mückenlarven und Tubifex habe ich dabei gute Erfahrungen gemacht. Bei der Vergesellschaftung ist es wichtig zu beachten, dass die Grundeln genug Futter abbekommen. Daher bin ich mittlerweile dazu übergegangen, keine flinken Beifische wie Bärblinge mit in den Grundelbecken zu pflegen, da diese einen Großteil des Futters wegfressen. Dies hat sowohl für die Grundeln aber auch für die Bärblinge selbst einen Nachteil: Während die schnellen “Freischwimmer” auf Dauer verfetten würden, magern die Grundeln zusehens ab. Eine der älteren Grundeln sah nach einer Weile dann aus wie auf dem Bild links. Rhinogobius rubromaculatus fast verhungertNur durch besondere Pflege und Fütterung über mehrere Monate in Einzelhaft war es möglich, dieses Männchen wieder aufzupäppeln, so dass es heute wieder gut genährt ist (Foto rechts). Rhinogobius rubromaculatus fast verhungertIm Moment sind die Grundeln mit wenigen Garra cambodgiensis und verschiedenen Flossensaugern der Gattung Gastromyzon und Sewellia vergesellschaftet. Diese Aquariengemeinschaft harmoniert sehr gut und alle Arten können passend ernährt werden.

Bei  guter Pflege ist es nicht schwer, Rhinogobius rubromaculatus zum ablaichen zu bewegen. Sobald ein Weibchen laichreif ist, wird es ständig vom ranghöchsten Männchen angebalzt:

Balzende Rhinogobius rubromaculatus "Nord-Taiwan", WeibchenBalzende Rhinogobius rubromaculatus "Nord-Taiwan", Männchen

Bei dem gezeigten Weibchen im oberen Bild kann man bereits deutlich die fast reifen, gelben Eier im Baumraum durchscheinen sehen. Wenige Tage später verschwinden beide Tiere in der vom Männchen ausgegrabenen Höhle. Dort können sie mitunter mehrere Tage verbleiben, wobei die Höhle von innen mit Sand verschlossen wird. Ist das Weibchen – nun mit deutlich flacherem Bauch – außerhalb der Höhle zu sehen, haben die Grundeln abgelaicht. Da das noch unerfahrene Rhinogobius rubromaculatus Männchen das Gelege möglicherweise auffressen könnte, habe ich es wenige Tage vor dem Schlupf aus dem Becken entnommen. Bis zum Schlupf kann es bei Zimmertemperatur (bei mir zu diesem Zeitpunkt etwa 20 °C) durchaus 3 Wochen dauern. Zu früh sollte das Gelege jedoch nicht entnommen werden, da das Männchen die Eier immer noch am besten versorgen kann.

Das Gelege überführte ich in ein eingefahrenes, gesondertes Becken, in welchem ich per Heizung eine konstante Temperatur von 23,5 °C einstellte. Der flache Stein, an dem das Gelege haftete und welcher vorher die Höhlendecke darstellte, wurde in ähnlicher Position ins Becken gelegt. In direkter Nähe zum Gelege lag ein relativ stark sprudelnder Ausströmerstein, um die Eier mit sauerstoffreichem Wasser zu versorgen und sie in Bewegung zu halten. Beides tut normalerweise das Männchen der Rhinogobius rubromaculatus mit seinen Flossenbewegungen. Gelege von Rhinogobius rubromaculatusAuf dem Bild sieht man das Gelege nach der Entnahme aus dem Haltungsbecken. Der Schlupf zog sich noch eine Weile hinaus, da ich das Gelege scheinbar doch noch zu früh entnommen hatte. Auf dem nächsten Bild sind die Eier drei Tage später, wenige Tage vor dem Schlupf zu sehen.Gelege von Rhinogobius rubromaculatus Die Larven von Rhino-gobius rubromaculatus sind nun noch deutlicher zu erkennen. Damit möglichst wenige Eier verpilzen konnten, fügte ich dem Wasser noch einige Erlenzapfen und 0,5 g/L Salz hinzu. Die Eier entwickelten sich dabei gut, nach dem Schlupf starben jedoch viele der Larven ab. Von den 38 Eiern entwickelten sich somit nur fünf Larven der Rhinogobius rubromaculatus, deren Entwicklung von der Larve zur Junggrundel ich im folgenden noch einmal genauer darstelle (zum vergrößern der Abbildungen darauf klicken!).

Etwa 10 mm und etwas mehr als eine Woche alt:

Rhinogobius rubromaculatus LarveRhinogobius rubromaculatus Larve

13 mm und 3 Wochen alt:

Rhinogobius rubromaculatus LarveRhinogobius rubromaculatus LarveLarve von Rhinogobius rubromaculatusLarve von Rhinogobius rubromaculatus

23 – 24 mm und 6 Wochen alt:

Junggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatus

27 – 29 mm Länge im Alter von genau 8 Wochen:

Junggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatusJunggrundel von Rhinogobius rubromaculatus

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Diese Seite wurde zuletzt am 24.11.2012 geändert.

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